
Heilbutt & Rosen sind eine österreichische Kabarettgruppe. Meine Regiearbeiten für die Truppe war bisher: „Paternoster“ (99), „Na, geh!“ (01), „Durchblutungsstörungen" (02), „Zwischenbestzeit“ (03), „Chromosomensatz XY ungelöst“ (04) ![]() ![]() Heilbutt & Rosen – Angriff der Riesenameisen (Kurier Kritik) Angst, Panik und Phobien in ihren schlimmsten Ausprägungen. Viele wichtige Bestandteile von Horrorfilmen finden in diesem Bühnenprogramm Einzug und eine teilweise sehr realistische Darstellung. Im mittlerweile 9. Heilbutt&Rosen-Programm persiflieren Helmuth Vavra, Verena Scheitz und Berthold Foeger aber auch die Angst als ständigen Begleiter in der Banalität des täglichen Lebens. Wer erinnert sich nicht mit Grauen an die liebevolle Gesichtsreinigung mit omaeigener Spucke zurück. Manche kennen auch vielleicht auch noch das Gefühl beim Ballspielen in der Schule ein Leben auf der Ersatzbank zu fristen. Daneben nur noch Mitschüler Herbert. Der wog aber schon in der 3. Klasse Gymnasium stolze 100 Kilo. Mit 15 Jahren wird man des öfteren auch von fortschreitenden Existenzängsten geplagt: Das erste Heavy Petting wird da für so manchen zu einer schweren psychologischen Belastungsprobe. Versagensängste, die als kleines Pflänzchen beginnen, sich aber mit 30 Jahren zu einem stattlichen Baum manifestiert haben. Kleine Panikattacken in der U-Bahn oder freundschaftliches Mobbing in der Arbeit machen die Würze des Lebens erst so richtig aus. Das Schöne an diesem Kabarettprogramm ist die Tatsache, dass eine breite Palette an möglichen Angstursachen vorgeführt wird und sich jeder für sich seine persönlichen Spezialängste herausangeln kann. Jeder hat Ängste, aber die wenigsten können damit umgehen, geschweige denn Strategien dagegen entwickeln. Das Programm ist aber nicht nur äusserst lehrreich sondern natürlich auch sehr lustig und musikalisch stimmungsvoll untermalt. Wärmstens zu empfehlen für Menschen, die ein wenig über ihre Ängste reflektieren wollen, aber auch gute Unterhaltung mit Hirn wünschen. Lukas Paula für Klein&Kunst Onlein (04/03/07) Heilbutt & Rosen jagen Riesenameisen Was wären wir ohne unsere Ängste Wer ist nicht schon schweißgebadet aufgewacht, panikerfüllt und voll von Existenzangst? Wer hat nicht schon auf halbem Weg umgedreht, weil er meinte, den Gasherd nicht abgedreht zu haben? Das Kabarettduo Heilbutt & Rosen alias Verena Scheitz und Helmuth Vavra ist sich sicher: Niemand ist vor dem "Angriff der Reisenameisen" in der eigenen Psyche gefeit. Albträume, Beklemmungen, Atemnot, Panikattacken werden mit dem Älter werden immer häufiger. Also begeben sich die beiden Kabarettisten in ihrem aktuellen Programm "Angriff der Reisenameisen" auf eine turbulente Reise durch das Reich der Ängste, Zwänge und Neurosen.
"Angriff der Riesenameisen" verspricht eine kurzweilige Reise durch die angstbesetzte Psyche des Homo sapiens. Begebenheiten der eigenen Vergangenheit
Diesen Kabarettabend bestreiten die beiden, ohne - wie sonst üblich - in Bühnenfiguren zu schlüpfen. Der Autor der Texte, Helmuth Vavra, und seine Partnerin lassen sich ohne schützende Bühnenidentität auf teilweise authentische oder gut nachempfundene Begebenheiten der eigenen Vergangenheit ein. In einer Art Doppelconference führen sie durch den Abend, tun aber auch in der Regie von Leo Bauer ihrem schauspielerischen Talent Genüge und nehmen für kurze Sequenzen auch immer wieder die unterschiedlichsten Rollen an, seien es die der Yuppie-Tussen, eines Geschwisterpaares das auf den Tod der Mutter wartet, oder von Rekruten, die sich bei der Einberufung vor der Untersuchung durch die Amtsärztin fürchten. Gefahren in allen Lebenslagen Die kurzweilige Reise durch die angstbesetzte Psyche des Homo sapiens beginnt in den frühen Kindertagen, in welchen der Keim für Zwänge und Ängste jeglicher Art gelegt werden. Der obligate Besuch vom Nikolo und Weihnachten sind ein Horror, der Fasching stellt sich, steckt man erst einmal im falschen Kostüm, als Fiasko heraus und die ersten Mutproben wie Sprünge vom Zehnmeterbrett enden desaströs. In jedem Lebensabschnitt lauern die Gefahren: Die Schulangst stellt sich als stets treue Begleiterin durch die Kindheit heraus, die Möglichkeit des Versagens ist das Damoklesschwert der Jugend. Kaum hat man sich in der Schulklasse gegen Mobbing erfolgreich gewehrt und die Demütigungen beim Völkerballspiel überwunden, wissen Heilbutt & Rosen von den Ängsten vor dem anderen Geschlecht zu berichten. Schon die ersten Annäherungsversuche in der Pubertät sind bei näherer Betrachtung eine nicht enden wollende Kette von peinlichen Ereignissen, Tolpatschigkeiten und jede Menge Frust - nach dem Motto "Wie komme ich zu einem Sexualpartner und was mache ich dann mit ihm?" In so manchem Zuschauer steigen da angesichts der vielen kleinen Episoden des alltäglichen Grauens schreckliche Erinnerungen auf, dennoch oder gerade deswegen ist der Unterhaltungsfaktor bei "Angriff der Riesenameisen" ziemlich hoch. Mit vierzig hatte man Träume
Jeder hatte schon mit unerfüllter Liebe zu kämpfen, ist in peinliche Fettnäpfchen getreten oder hat auf die ganz einfache Frage "Wie viele Quadratmeter hat ein Hektar?" keine Antwort gewusst. Verena Scheitz und Helmuth Vavra gelingt es, eine Reihe von Zwängen und Neurosen dem Lachen preiszugeben nach dem Motto: "Wenn man über etwas lachen kann, ist es schon um vieles einfacher". Und irgendwann stimmen Heilbutt & Rosen das musikalische Medley von den zerplatzten Träumen an, denn hat man einmal die Vierzig erreicht, dann ist die Zeit der Existenzängste angebrochen. Was bis dahin nicht geschafft ist, wird sich nicht mehr erfüllen lassen. Diese Einsicht ist dank Verena Scheitz, Helmut Vavra und seinem Co-Autor Berthold Föger zumindest auf der Bühne nicht allzu niederschmetternd, denn die Furcht hat ja, wie man im Lauf des Abends auch erfahren darf, etwas Gutes. Ursula Burkert auf OE1.at
(Blogeinträge Februar/März 2007) PREMIERENTAG 3 Stunden vor der Premiere des neuen Heilbutt & Rosenprogramm "Riesenameisen". Überall letzte Gesangsproben und nochmal schnell, einen halben dreckigen Witz über den Regisseur loslassen, das entspannt sichtlich. IM TONSTUDIO Helmuth, leicht verwirrt an jenem Tag, wo wir die Zuspielaufnahmen für das Programm gemacht haben. (Gebe zu, ihn etwas aufgezogen zu haben). PROBENKOLLER Merke - mache nie ein Interview am Ende eines langen Probentages. Helmuth und ich sind uns nicht ganz einig wie lange wir schon am neuen Programm proben. Verena hat überhaupt jegliche Orientierung verloren. DIE KÖRPERFEINDLICHEN Die zweite Probenwoche für die Riesenameisen ist beendet. Bei der ersten Stellprobe der Szene "Schmusibusi" wird Helmuth und Verena schlagartig klar: "Was ... bei dem Sketch kommt es auch zu Körperkontakt?" Und plötzlich spielten sie nicht mehr zwei Teenager vorm ersten Körperkontakt, sondern benahmen sich auch so ... Dabei wird der Anfang der Szene "Schmusibusi" im Buch doch so harmlos beschrieben ... ... Pärchen sitzt auf der Bühne, man beginnt, einander näherzukommen. Unendliches Anstarren. Mädi eher genervt, aber doch (noch) willig. Verscheißen darf er es aber auch nicht, sonst ist er weg vom Fenster. Das MÄDI spielt gegen ihre eigentlichen Gefühle und versucht zu stöhnen.BUBI (wie geübt) Du hast die urschönen Augen. Das ist unglaublich, echt. Deine Haare riechen urgut, was ist das für ein Shampoo? MÄDI Eishampoo von Glem Vital!BUBI Riecht super! beginnt an Ohrläppchen zu knabbern LESEPROBE ![]() Die erste Probewoche ist vorbei. In der Wohnung von Verena haben wir uns über die Texte gemacht. Wenzel, Verenas "Hund von Baskerville" wurde jedesmal im Bad eingesperrt. In drei Probentagen haben wir 14 Tassen Kaffe, 25 Krapfen, 8 Wurstemmeln und 115 Minuten Text zu uns genommen. KAFFEKLATSCH Berti, Verena, Helmuth sind ... Erstes Arbeitstreffen im Cafe Engländer. Der Regisseur sitzt eine halbe Stunde zu früh da. Nochmals die ausgedruckten Texte oder doch Krone und Kurier lesen? Krone und Kurier gewinnen. Berti und Helmuth kommen pünktlich. Autor Berti staunt darüber wie dick das ausgedruckte Buch ist, immerhin 11mm. Helmuth spricht gut gelaunt über seinen soeben abgeholten, positiven Blutbefund. Berti notiert sich dauernd irgendwelche Termine in seinem kleinen Taschenkalender. Nach 20 Minuten Small Talk noch immer kein Wort über die neuen Texte verloren. Helmuth wird deswegen leicht nervös. Verena und ihr Hund kommen dazu. Helmuth wird noch nervöser, der Hund unruhig. Verena nimmt Apfelstrudel zu sich. Der Hund ein Tischbein. 45 Minuten vergehen, es wird vorsichtig über die neuen Texte gesprochen. "Toll ... wirklich lustig zum Lesen ... wichtig sind aber schon die Übergänge ... wir wollen aber keine komischen Kostüme anziehen ..." Berti denkt laut über eine Showtreppe als Bühnenelement nach... aber schon eine, wo so bunte Lampen angehen wenn man auf die Treppe steigt ... und notiert sich dann wieder was im Taschenkalender. Der Regisseur nimmt sich fest vor in den kommenden Tagen wirklich über die Umsetzung nachzudenken und nimmt noch eine Sachertorte mit Schlagobers. Helmuth, dessen Blutwerte hervorragend sind, denkt auch laut über Mehlspeise nach, lässt es dann aber doch bleiben, weil ... meine Frau und ich gehen heute abend eh Essen. Fünf Minuten vor dem Aufbruch doch noch Hektik. Sind wir zu lange? Fehlt nicht doch noch eine Nummer im zweiten Teil? Spontan eine Idee für eine mögliche Nummer angesprochen. Alle lachen auch darüber und Berti notiert sich noch was rasch im Kalender. Regisseur zwingt die anderen zu einem Snapshot für den Probenblog. Allgemeines, geschlechtlich getrenntes Wasserlassen. Danach bezahlen, Händeschütteln sowie vorsichtig über den Hund steigen und finale Wangenküsse und weiter geht es Montags mit einer ersten Leseprobe der ... diesmal sind sie und wirklich gelungen ... Texte. ![]() |
zurück zur Startseite![]() Buch Helmuth Vavra und Berthold Föger mit Beiträgen von Brigitte Biedermann, Verena Scheitz und Martin Haidinger Musik Frizz Fischer Blicken Sie einmal zurück auf Ihre eigene Angstkarriere: Angst hat viele Gesichter, sie begleitet uns von der Geburt bis ins hohe Alter. Als Kind fürchten wir uns vor dem Krampus oder der Oma, die uns liebevoll mit Spucke Schmutz von der Wange wischen will. Grusel! Wollten Sie nicht auch ein neues Leben, als Sie bei der Auswahl der Völkerball-Teams als Vorletzter auf der Bank saßen? Neben Ihnen nur noch Herbert aus der 3B. 100 Kilo schwer! Als Jugendliche prallen dann erste existentielle Ängste auf uns ein: Wie soll ich den Druck des ersten Mals je verkraften und wie zur Hölle funktioniert ein Zungenkuss? Hilfe! Als Erwachsene dürfen wir uns schließlich an der ganzen Bandbreite des Horrors erfreuen. Kleine Panikattacke in der U-Bahn gefällig oder ein bisschen Mobbing am Arbeitsplatz?! Kein Grund zur Panik! Heilbutt&Rosen kennen die Angst! Und sie teilen sie mit Ihnen. Denn jeder von uns erlebt seinen ganz persönlichen Horror. Doch wer traut sich schon darüber zu reden? Helmuth Vavra und Verena Scheitz haben keine Angst-Tabus. In ihrem neuen Programm „Angriff der Riesenameisen“ werden die schönsten Ängste analysiert, aufs Korn genommen, sowie in bester Heilbutt&Rosen-Manier musikalisch garniert. Unternehmen sie mit Heilbutt &Rosen eine Reise in das Innere der Angst. Denn wenn man sich mit den Riesenameisen arrangiert, können aus Ängsten Freunde werden. Stellen Sie sich Ihrer Angst! Probenfotos von Robert Dorner ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |